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Offenlage „Provinciaal Inpassingsplan“ des geplanten Buitenrings in Parkstad Limburg

Zur Zeit (bis zum 27. Juli 2010) liegt in den Niederlanden, aber auch bei der Stadt Aachen und der Städteregion der aktuelle Planungsstand (Ontwerp Inpassingsplan - Entwurf des Eingliederungsplans) für den Buitenring in Süd-Limburg aus. Der Buitenring ist eine etwa 23 km lange Ringstraße, die die Städte Kerkrade, Heerlen, Brunssum, Landgraaf, Hoensbroek umschließen und vom innerstädtischen Verkehr entlasten soll.

Falls die B 258n trotz des Widerstands der Bürger und der Stadt Aachen doch gebaut würde, gäbe es einen Anschluss an den Buitenring bei der jetzigen Hamstraat.

Da offenbar der gesamte Planungsstand inklusive der bereits früher offengelegten Umweltverträglichkeitsstudie (MER/UVS) zur Einsicht ausliegt, kann man sich als interessierter Bürger durch ca. 40 Ordner durcharbeiten.

Vorbildlich ist, dass die offen gelegten Informationen auch im Internet zu finden sind. Für diejenigen, die sich nicht selbst von den Webseiten www.limburg.nl und www.ruimtelijkeplannen.nl aus durchklicken wollen, bieten wir hier die Abkürzung an:

Allgemeine Hinweise in deutscher Übersetzung:
http://www.buitenring.nl/default.aspx?id=11

Eingliederungsplan (Entwurf)
(„Regels“, Toelichtingen - Erläuterungen, Bijlagen bij de toelichting - Anlagen zu den Erläuterungen):
http://www.ruimtelijkeplannen.nl/documents/NL.IMRO.9931.PIPBuitenring-ON01/r_NL.IMRO.9931.PIPBuitenring-ON01_index.html

Die Anlagen zu den Erläuterungen sind dort als Übersichtslisten (Hoofdstuk 1 Onderzoeken - Kapitel 1 Untersuchungen - und Hoofdstuk 2 Toelichtende documenten - Kapitel 2 Erläuternde Dokumente) aufgeführt. Diese Untersuchungen und Dokumente sind unter dem nachstehenden Link zu finden:
http://www.buitenring.nl/?id=124

 

Einige, die Planung der B 258n betreffende Seiten haben wir im folgenden unten dargestellt. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weitere „Fundstellen“ können uns gerne über unsere Kontaktadresse mitgeteilt werden!

 

Anschlussstelle AVANTIS

Die geplante Zusammenfassung und Konzentration der Verkehrsströme in Süd-Limburg durch den Buitenring bewirkt natürlich, dass an den Anschlussstellen ein hohes Verkehrsaufkommen zu bewältigen sein wird, was verkehrstechnisch zu entsprechend groß dimensionierten Knotenpunkten führen muss und zu entsprechenden Schutzmaßnahmen für Anwohner und Umwelt. Daher ist es nachvollziehbar, dass die Planer sich von einer noch zu bauenden B 258n versprechen, dass diese zu einem schnellen Abfluss dieser zuvor gesammelten Verkehrsströme beiträgt. Im anderen Fall müssten, wie die niederländischen Planer bei Sitzungen des Mobilitätsausschuss in Aachen und des Bau- und Verkehrsausschuss in Herzogenrath erläuterten, deutlich aufwendigere Schallschutzmaßnahmen für die Anwohner der Hamstraat getroffen werden. Außerdem gäbe es offenbar einen konkreten Planungskonflikt beim südlichen Anschluss des Buitenrings an die N 281 (Anschlussstelle AVANTIS): Obwohl die höheren Verkehrsströme z.B. durch eine Ampelkreuzung zu bewältigen wären, plant die Provinz einen weniger belastbaren Kreisverkehr, der in dem Fall, dass die B 258n nicht gebaut wird, überlastet ist. Dieser Sachverhalt ist in Deelrapport 4A – Verkeerskundig onderzoek, Hoofdstuk 5, Locatiespecifieke toelichting Nr 22 beschrieben.

Der Absatz zur B 258n lautet übersetzt:

„Wie die anderen Kreuzungsberechnungen für den Außenring auch beruht die Berechnung für die Anbindung des Außenrings an Avantis auf der Situation nach dem Bau der B258n. Wird die B258n nicht rechtzeitig fertiggestellt, bedeutet dies ein höheres Verkehrsaufkommen an diesem Verteilerkreis, so dass die Stauwahrscheinlichkeit stark zunimmt. Die B258n ist somit entscheidend für diese Form der Anschlussstelle.“

siehe: Deelrapport 4A, Kap. 5, Formblatt 22: Avantis-Anschluss

Bei den Sitzungen in Aachen und Herzogenrath rechtfertigten die Planer den Umstand, dass sie von einem Bau der B 258n ausgehen, damit, dass Sie vom Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer ein entsprechend positives Signal bekommen hätten...

(Was uns als Bürger schwer verwundern sollte: müsste doch der Bundesverkehrsminister am besten wissen, dass der Ausgang des Planfeststellungsverfahren für die B 258n längst nicht abgeschlossen ist und es den planenden Behörden –  weder dem Bundesverkehrsministerium noch dem Landesbetrieb Straßen NRW –, bislang nicht gelungen ist, belastbare Zahlen für einen verkehrstechnischen Nutzen der B 258n vorzulegen)

Anschlussstelle Hamstraat

Zur Zeit sehen die ausgearbeiteten Pläne für den Buitenring zwar noch keinen Anschluss für die B 258n vor; der potentielle Anschlusspunkt bei der Verlängerung des Dentgenbachwegs auf die Hamstraat ist nur gestrichelt eingetragen. Dem Text zufolge wird mit dem Anschluss aber noch gerechnet:

siehe Deelrapport 4A, Kap. 5, Formblatt 20

Zum Anschluss der B 258n an die Hamstraat wird im Formblatt Nr. 23 außerdem ausgeführt:

„Auch für den östlichen Teil der Hamstraat (bis zum Kreisverkehr Stationstraat) wird ein starker Anstieg des Verkehrsaufkommens erwartet. Hier steigt die Verkehrsintensität von ca. 16.000 auf 30.900 Kfz/24 h. Das entspricht einem Anstieg um 94%. Der I/KWert von 0,73 nähert sich hier der kritischen Grenze von 0,8. Es sind kapazitätssteigernde Maßnahmen erforderlich. Deren Form hängt auch von der Einbindung der zukünftigen B258n ab. Auch der Kreisverkehr an der Stationstraat wird angepasst werden müssen."

siehe Deelrapport 4A, Kap. 5,Formblatt Nr. 23

Kosten

Interessant ist auch das Dokument zur Kosten-Nutzen-Analyse – in den Niederlanden „MKBA – Maatschappelijke kosten-batenanalyse“ genannt. Dort werden die Kosten für die B 258n mit sage und schreibe 33 Mio. € (netto) angegeben – in der Nutzen-Kosten-Analyse „unseres“ Bundesverkehrsministeriums, durch die angeblich der Nutzen der Straße nachgewiesen ist, wurden die Kosten noch mit 6,6 Mio. € (netto) beziffert!! Die Frage, welche Kosten durch die geschätzten 33 Mio. € abgedeckt sind, konnte von dem niederländischen Planer bei der Sitzung im Bau- und Verkehrsausschuss in Herzogenrath am 06.07.2010 nicht beantwortet werden. Die Antwort soll nachgereicht werden.

siehe Deelrapport 3 - MKBA

Überlastung der B 258n

Von ganz besonderem Interesse ist eine Einschätzung der deutsch-/niederländischen Verkehrsplaner, die bereits 2008 erfolgt ist, zu finden im „Achtergronddokument Verkeer zur Tracenota M.E.R./UVS der Provinz Limburg und dem Landesbetrieb Straßen NRW vom 04. April 2008.

Auf S. 82, letzter Absatz, ist dort sinngemäß zu lesen:

„Eine Anmerkung muss gemacht werden, dass bei der Alternative 3.5 (die bevorzugte Linienführung der B 258n, also die östlichste der 6 Varianten) die Frage zu stellen ist, ob diese Alternative nicht zu hoch bewertet wird in Bezug auf die Funktion der Straße. Dabei hat die Straße zuviel Verkehr zu bewältigen, was der  Funktion und Formgebung der Straße weniger gut entspricht. Das  Verkehrsmodell zeigt, dass selbst Verkehr von der A 76 (niederländische Autobahn in Fortsetzung der deutschen A 4) zur B 258n geleitet wird. Das passt sicher nicht zur Funktion der B 258n.“

siehe S. 82 unten des Achtergronddokuments

Für Auto-Pendler aus Herzogenrath nach Aachen wird das bedeuten, dass sie bei dem geplanten Anschlusspunkt an die B 258n zwischen Richterich und Kohlscheid nicht nur wieder auf den - vielleicht -  aus Kohlscheid abgezogenen Durchgangsverkehr treffen, sondern auch auf den von der Autobahn abgezogenen Verkehr. Ob das nicht zu einem noch stärkeren Rückstau nach Kohlscheid führt, darf bezweifelt werden!