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Antwort von Herrn von den Driesch

Sehr geehrter Herr Spilker,
sehr geehrte Damen und Herren der Bürgerinitiative B 258nein,

mit obigem Schriftsatz haben Sie die Kandidaten zum Bürgermeisteramt in Herzogenrath in einem offenen Brief
gebeten, ihre jeweilige Position zu der Straßenplanung in Bezug auf 4 Fragestellungen zu erläutern und zu
präzisieren. Dieser Bitte komme ich hiermit gerne nach.

1.)
Sie führen richtigerweise aus, dass die Stadt Herzogenrath im Jahr 2002 eine Verkehrsuntersuchung hat
durchführen lassen, die eine relativ geringe Entlastung durch eine B 258n dargestellt hat. Es handelte
sich dabei um eine Studie von IVV. Diese Studie halte ich, wie ich es auch in der Versammlung des
Bürgervereins Bank am 14. Februar 2008 mündlich erläutert habe, für überholt, da sie zwei maßgebliche
Änderungen in den sonstigen Verkehrsplanungen nicht berücksichtigt. Zum Einen ist auf der deutschen
Seite im Planfall von 2002 u.a. die Fortführung der K 5 über das Broichbachtal noch Gegenstand der
Untersuchung gewesen, ebenso die Verlängerung der Merksteinstraat Richtung Rodalandbahn in Kerkrade.
Beide Entlastungsstraßen sind aus heutiger Sicht nicht mehr realistisch, insbesondere eine Verlängerung
der K 5 über das Broichbachtal zur L 223 deshalb nicht mehr, weil das Broichbachtal anerkanntermaßen als
Naturschutzgebiet geschützt werden muss und auch ein Brückenbauwerk an dieser Stelle dem besonderem
Landschaftsschutz zuwiderlaufen würde.
Zweitens sind seinerzeit Entwicklungen in den Niederlanden noch nicht aufgenommen worden, die mittlerweile
von der Provincie Limburg im Rahmen der Planungen zum "Boitenring Parkstad Limburg" konkretisiert wurden.
Unter anderem wurde seinerzeit nicht berücksichtigt, dass im Bereich von Brunssum Umgehungsmöglichkeiten
geschaffen werden, die eine schnellere Einbindung des Bereichs zwischen Roermond und Brunssum, hier
insbesondere der Selfkant, ermöglichen. Meine Intention bei der Frage der Entlastung insbesondere der
Herzogenrather Innenstadt war immer, insbesondere Durchgangsverkehre aus dem Kreis Heinsberg in
Richtung Oberzentrum Aachen umzulenken, die bislang die gesamte Strecke der L232 quer durch das
Herzogenrather Stadtgebiet durchfahren. Mit den neuen niederländischen Planungen wird es attraktiver werden,
stattdessen aus den Selfkantgemeinden heraus über das niederländische Straßennetz Richtung Aachen zu fahren,
wobei als letzter Teilabschnitt auf dann wieder deutschem Gebiet eine B 258n die sinnvolle Ergänzung sein würde.
Diese völlig neuen Grundlagen erfordern eine neue Verkehrsuntersuchung, die der Landesbetrieb Straßen NRW
bereits in Auftrag gegeben hat, und dessen Ergebnisse wir im Frühjahr diesen Jahres erwarten.
Da das Ergebnis noch völlig offen ist, bitte ich um Verständnis, dass vor weiteren vertiefenden Erläuterungen dieses
Zahlenwerk zunächst abgewartet werden sollte.

2.)
Auch Frage 2 kann ohne die neuen Ergebnisse nicht abschließend beantwortet werden. Ich bitte jedoch auch hier
um Verständnis, dass der klare Schwerpunkt eines Herzogenrather Bürgermeisters sein muss, zum Wohle der
Herzogenrather Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten, um eine Entlastung der stark belasteten Bürgerinnen und
Bürger nicht nur in Kohlscheid, sondern insbesondere auf der Voccartstraße in Straß und auf den Bereich
Dammstraße/Erkensstraße in Herzogenrath zu erreichen. Im übrigen würde im Gegensatz zum Herzogenrather
Stadtgebiet weder eine B 258 n noch ihre Verlängerung des Boitenring Parkstad Limburg durch bebautes
Wohngebiet laufen, so dass ich eine direkte Belastung von Einwohnern der Städte Aachen und Kerkrade nicht
festzustellen vermag.

3.)
Das EuRegionale-Projekt "Pferdelandpark" ist auch für mich ein besonders qualitätvolles und wichtiges Projekt
innerhalb des Konzeptes "Grünmetropole". An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es die Stadt Herzogenrath
war, die die Überlegung einer qualitätsvollen Erhaltung des Grünzuges zwischen Aachen und Herzogenrath in
die EuRegionale eingebracht hat. Damals bezog sich die Überlegung der Stadt Herzogenrath, mit der diese auf
die Stadt Aachen zuging, vor allem auf das Gebiet zwischen Halde Wilsberg und dem Lousberg. Für mich ist
nach wie vor dieser Bereich des Pferdelandparks der Kernbereich, der auch entsprechend ausgestaltet werden
sollte. Insofern sehe ich keinen Widerspruch zwischen einer Unterstützung und Mitgestaltung des Projektes
"Pferdelandpark" und eines Einsatzes für eine Umgehung für Herzogenrath.

4.)
In Bezug auf Verkehrskonzepte glaube ich sagen zu dürfen, dass die Stadt Herzogenrath in vorbildlicher Weise
versucht, unnötigen Autoverkehr zu vermeiden. So sind wir nicht nur seit Mitte 2007 fahrradfreundliche Stadt
in Nordrhein-Westfalen, was nicht nur Auszeichnung sondern auch Verpflichtung ist, zukünftig verstärkt für den
Fahrradverkehr einzutreten, wir haben mit der Ausweitung des Schienenverkehrs insbesondere im Stadtteil
Merkstein und durch die jetzt anstehenden barrierefreien Ausbaumöglichkeiten für die entsprechenden
Haltepunkte eine für eine Stadt unserer Größenordnung einmalige Verdichtung von Möglichkeiten, auf die
Schiene umzusteigen. Ich werde mich auch weiter einsetzen für den Ringbahnschluss der Euregiobahn, um
insbesondere auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die von Herzogenrath aus in den Dürener oder
Kölner Raum fahren müssen, Alternativen zur Fahrt mit dem PKW anzubieten. Unser Busnetz ist ebenfalls
einmalig für eine Stadt unserer Größenordnung und sollte auch weiterhin in dieser Form erhalten bleiben.
All das kann aber nicht dazu führen, von einer Umgehung in Herzogenrath abzusehen, weil trotz all dieser
Maßnahmen der Individualverkehr mit dem Automobil ein Problemthema bleiben wird. Ich möchte an dieser
Stelle allerdings noch einmal betonen, dass auch für mich eine B 258n nur unter den Voraussetzungen
einer sinnvollen Anbindung in Richtung Kreis Heinsberg über das niederländische Netz und unter der
Voraussetzung einer umweltverträglichen Variante, die z.Z. im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung
geprüft wird, realisiert werden sollte.

Ich erlaube mir ebenso wie Sie, eine Durchschrift dieser Antwort an die Lokalredaktionen der Aachener
Zeitung und der Aachener Nachrichten zu senden.

Mit freundlichem Gruß

Christoph von den Driesch
Erster Beigeordneter und
CDU-Bürgermeisterkandidat