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UVS 2008: Vergleich der Prognosedaten mit Verkehrszählung - Realitätsverlust bei den Verkehrsplanern?

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS), die im Juni 2008 auf niederländischer Seite veröffentlicht, auf deutscher Seite aber bislang nur den Trägern öffentlicher Belange im Rahmen des Verfahrens vorgestellt wurde, ist eine neue Verkehrsprognose aufgestellt worden, um die Be- und Entlastungen im Falle der Verwirklichung der B 258n auf das Straßennetz abschätzen und die untersuchten Trassenvarianten vergleichen zu können. Als Bezugswert wird ein Verkehrsaufkommen im Jahre 2004 beschrieben, und im Vergleich dazu ein erwartetes Verkehrsaufkommen im Jahr 2025 errechnet. Um die Auswirkungen der B 258n abschätzen zu können, wird dann der Verkehr, der im Jahr 2025 fließen wird, ohne dass die B 258n gebaut wird, mit dem Verkehr verglichen, der  zu erwarten ist, wenn die B 258n  doch  gebaut wird. Theoretisch also ein vernünftiger Versuch, die Auswirkungen einer neuen Straße im Voraus abschätzen zu können.

Beim Blick auf die zugrundegelegten Zahlen muss man allerdings annehmen, dass die Verkehrsvoraussagen in der UVS nur unter erheblichem Realitätsverlust zustande gekommen sein können: Dies betrifft sowohl die erwartete Steigerung von 19% (!), als auch und vor allen Dingen die absolute Höhe der täglichen Verkehrsmengen, die knapp 50% (!) höher angesetzt ist als tatsächlich vorhanden.

Eine Überprüfung der Zahlen auf deren Plausibilität ist anhand von Verkehrszählungen möglich, die das Land NRW jährlich an "freien Strecken" des überörtlichen Verkehrs in NRW durchführt, zu denen auch die Roermonder Straße zwischen Herzogenrath-Kohlscheid und Aachen-Richterich (in der Höhe von Uersfeld) gehört.

Die Zahlen aus der UVS und die Verkehrszählungen aus NRW sind in der unten anklickbaren Grafik dargestellt.

[Keine Beschreibung eingegeben] (bitte anklicken, um die Grafik vergrößert darzustellen)


Die angenommenen existierenden Verkehrsströme und die angenommene Steigerungsrate des Verkehrsaufkommens sind nicht plausibel. Die Herleitung der Zahlen wird in der UVS auch nicht begründet.

Gleichwohl stellen diese wenig glaubhaften Ausgangswerte aber die Grundlage aller Berechnungen für den Variantenvergleich der UVS sowie für die Entlastungsfunktion der Roermonder Straße in Herzogenrath dar. Eine ernsthafte Datenbasis für die weitere Planung der B 258n ist damit aber nicht gegeben. Das müssten sowohl die Urheber der Planung - die Herzogenrather Stadtväter -, als auch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung - das jetzt über die weitere Planung entscheiden muss - bestätigen, um nicht die eigene Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen. 

Die Stadt Aachen, über deren Stadtgebiet die B 258n ausschließlich verlaufen würde, hat sich von Anfang an gegen das Projekt ausgesprochen.

Aufgrund der Untersuchungen der UVS, die sich mit den Auswirkungen der geplanten Trasse auf die Umwelt befassen, steht jetzt fest, dass alle untersuchten Varianten der B 258n erhebliche negative Auswirkungen auf Natur, Landschaft, Landwirtschaft und  Menschen haben werden. Die UVS bescheinigt gerade der östlichsten - und von den Befürwortern einzig gewollten - Variante, dass diese am wenigsten umweltverträglich ist. Ein weiterer Grund, das Projekt nicht weiter zu verfolgen und aus dem Bundesverkehrswegeplan herauszunehmen. 

 

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